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Auf zu neuen Zielen!
Corona vereitelte leider eine seinerzeit für 2020 bei DIAMIR gebuchte Georgien-/Armenienreise, bei der u. a. auch eine Besteigung des Aragats (4090 m), des höchsten Berges Armeniens, vorgesehen war.
Wenn nun inzwischen leider Alter und Gesundheitszustand die bisher bevorzugten Abenteuerreisen auf eigene Faust nicht mehr zulassen, kann auf einmal auch eine von Trendtours angebotene Pauschalreise wie diese unser Interesse erwecken, zumal dann, wenn man die bereits bei 2 Alpinreisen erlebten und geliebten Kaukasus-Riesen, dazu den bereits 2004 bestiegenen Ararat noch einmal bestaunen kann.
Zudem stehen 14 UNESCO-Welterbestätten auf dem Programm ! ! !
Im Vorfeld traten zunächst einige Bedenken auf, weil 2 Reiseziel-Länder unmittelbare Nachbarn des Iran sind, wo gerade der US-Präsident versucht, seine Ziele mit militärischer Gewalt zu erreichen. Aber wir blieben optimistisch - schließlich kann auch zu Hause jeden Tag ein unvorhergesehenes Unglück passieren...
Auch die Flugrouten sind der unsicheren politischen Lage in einigen Regionen angepasst - so geht es von Berlin via Warschau nach Baku, zurück von Jerewan via Frankfurt nach Berlin.
Unsere Reisegruppe besteht aus 19 Teilnehmern aus allen Ecken Deutschlands, zum größten Teil ebenfalls älteren Baujahres. Das war angenehmer als bei den letzten beiden Reisen (49 bzw. 29 Teilnehmer), wo es doch eher mal ein Problem(chen) gab.
3 Reiseländer - das bedeutet auch 3 Währungen, 3 Hauptstädte, 3 Reiseleiter und 2 Grenzübergänge, wobei letztere das Unangenehmste der ganzen Reise waren. Hier musste man mit vollem Gepäck relativ lange Wege zurücklegen, z.T. mit Steigung und in miserablem Zustand...
In Aserbaidschan betreute uns ein Reiseleiter mit dem für uns ungewöhnlichen Vornamen Thälmann (wahrscheinlich Telman geschrieben). Er sprach einigermaßen gut deutsch, hatte Germanistik studiert und 3 Jahre in Deutschland gelebt.
Er übergab uns an seine georgische Kollegin Eka, eine junge, temperamentvolle Frau, die ebenfalls recht gut deutsch sprach.
In Armenien schließlich erwartete uns Arus, eine Frau mit erstaunlich guten Deutsch-Kenntnissen, obwohl sie bisher nur 10 Tage in Deutschland weilte. Noch mehr beeindruckte sie uns mit ihren außerordentlich guten Sachkenntnissen auf allen Gebieten. Durch sie wurden die Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten zu echten Erlebnissen.
Die Ziele waren in allen 3 Ländern sehr gut gewählt und boten eine Vielzahl interessanter Informationen. Unsere bisherigen Vorstellungen entsprachen nicht ganz der erlebten Realität, denn vieles erwies sich hier - besonders in den 3 Hauptstädten - als viel moderner als erwartet.
Die Highlights waren:
Aserbaidschan:
- Hauptstadt Baku,
- Nationalpark Gobustan mit steinzeitlichen Felszeichnungen und Schlammvulkanen,
- Feuertempel und "Ewiges Feuer" Yanar Dag,
- Mausoleum des Dichters Nizami und Moschee Imamzadeh Ibrahim Komplex bei Ganja
- Göygöl-See und Göygöl (Helenendorf) auf Spuren der Kaukasus-Deutschen,
- Kish, erste christliche Kirche der Kaukasus-Region,
- Khanspalast und Alte Karawanserei in Sheki,
Georgien:
- Nonnenkloster Bodbe,
- Weinverkostung und Stadtbesichtigung in Sighnaghi,
- Hauptstadt Tiflis,
- Großer Kaukasus mit Stepanzminda und Dreifaltigkeitskirche am Fuße des Kasbek (5047 m),
- Wehrkirche Ananuri,
- Höhlenstadt Uplisziche,
- Mzcheta mit Dschwari-Kirche und Swetizchoweli-Kathedrale,
Armenien:
- Kloster Haghpat,
- Kurort Dilijan,
- Kurzstopp am Sewansee,
- Hauptstadt Jerewan,
- Mutter-Armenien-Monument,
- Bibliothek von Matenadaran,
- Etschmiadsin mit Hauptkirche des Landes und Kinder-Kreativ-Zentrum,
- Kirchenruine von Swartnoz,
- Kloster Chor Virap am Fuße des Ararat (Türkei, 5137 m),
- Höhlenkloster Geghard bei Garni,
- Tempel von Garni,
- Schlucht "Symphonie of the Stones" bei Garni.
Neben diesen vielen tollen Sehenswürdigkeiten gab es auch beeindruckende Treffen mit den überaus gastfreundlichen Menschen. Wir lernten ein wenig ihre Lebensumstände und Gewohnheiten kennen und erfuhren dabei auch mehr über die komplizierten politischen Verhältnisse zwischen den Nachbarstaaten, hervorgerufen durch die Vergangenheit als ehemalige Sowjetrepubliken und willkürliche Machtspiele anderer Großmächte. So war auch der Bergkarabach-Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien immer wieder ein Thema, unterschiedlich interpretiert von beiden Seiten, ebenso der Genozid an 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg.
Wir lernten (z.T. auch in eigener Handarbeit) kennen, wie verschiedene Lebensmittel hergestellt werden, z. B. in Aserbaidschan die Dolma-Gerichte (gefüllte Gemüse- oder Weinblätter in verschiedensten Varianten), in Georgien die aus Traubensaft und Walnüssen hergestellte Süßigkeit Tschurtschchela und die gefüllten Teigtaschen Khinkali, in Armenien das berühmte Lavash-Brot.
In allen 3 Ländern wurden uns bei Weinverkostungen die hochwertigen lokalen Weine und auch die traditionelle Wein-Herstellung in Amphoren vorgestellt.
Überall in Armenien findet man die berühmten Kreuzsteine. Ihre Herstellung konnten wir bei einem Meister seines Faches bestaunen.
Mehrmals wurden wir in den Restaurants auch durch typische einheimische Musik- und Tanzdarbietungen unterhalten.
Besonders beeindruckend war in Jerewan ein Besuch bei einem Meister des Musikinstrumentenbaus: Karen Hakobyan stellt für die besten Musiker Armeniens verschiedene Arten von landestypischen Flöten in aufwendiger Handarbeit her. Er ist zugleich selbst ein herausragender Künstler, der mit dem Ensemble "Tkzar" in mehr als 50 Ländern auftrat. Er führte uns zusammen mit seiner Frau in ihrem zauberhaft gestalteten Grundstück die verschiedenen Instrumente vor. Wir waren begeistert!
Na, und natürlich widmeten wir uns unterwegs auch bei passender Gelegenheit unserem Hobby Geocaching, einer Art moderner Schnitzeljagd mit GPS-Gerät: Insgesamt 16 Caches (5 in Aserbaidschan, 4 in Georgien und 7 in Armenien) konnten wir finden und loggen.
Fazit:
Eine tolle Reise im Kreise ähnlich interessierter Teilnehmer, die auch uns im bereits fortgeschrittenen Alter nicht überforderte. Die Auswahl der Ziele und der unterwegs geplanten informativen Aufenthalte durch den Reise-Veranstalter kann als sehr gelungen betrachtet werden.
Wir sehen der bereits gebuchten nächsten Trendtours-Reise erwartungsvoll entgegen!!!
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